W240 Maybach-Mercedes und das Coupé (MB-Exotenforum)

admin ⌂, Bergisch Gladbach, Mittwoch, 24.06.2015, 12:11 (vor 2604 Tagen) @ M120

» Ich finde es schon etwas vermessen, wenn Kfz-Brancheninsider komplett am
» Bedarf vorbei agieren. Ab 2009 wurden jährlich international nur im
» niederen
» dreistelligen Bereich
Maybach-Pkws verkauft. Einst angestrebtes
» Absatzziel: 2.000 Fahrzeuge pro Jahr.
»
» Mit einer manufakturartigen Einzelfertigung von auf Mercedes
» spezialisierten Karosseriebauern hätte man das Gleiche zu vertretbaren
» Kosten erreichen können. Das Dilemma des Maybach Coupés ist gerade, daß die
» Karosseriequalität trotz Großserientechnik nicht ideal war, wie hier
» bereits vielfach thematisiert.
»
» Inzwischen ist es auch so, daß man einen recht preiswert gewordenen
» Maybach-Gebrauchtwagen umbauen könnte. So, wie einst viele Amerikaner ihr W
» 111er Coupé in ein \"wertvolleres\" Cabriolet haben umbauen lassen.
»

Ja nee so einfach ist das leider alles nicht. Hintergrund der Wiederbelebung
der Marke Maybach waren ja weniger wirtschaftliche Interessen, sondern
vorallem Prestigedenken. Denn das VW und später BMW Daimler beim Übernahme-
kampf um RR und Bentley ende der 1990er Jahre ausgestochen haben, obwohl
sich Daimler und RR über eine Übernahmen schon fast handelseinig waren, hat
Daimler doch sehr gewurmt, gerade Herrn Piech wollte man das nicht gönnen.

Und um da gegen RR/Bentley antreten zu können musste halt ein neuer Super-
Luxus-Mercedes her, eben endlich ein echter Nachfolger für den legendären
W100 600. Umbauten vorh. Fahrzeuge hätten da aber nicht gereicht, das wären
dann ja \"nur\" lang-hoch Umbauten der 140er oder 220er S-Klasse gewurden, das
wäre dann aber doch zu wenige gewesen ... auch wenn erste Überlegungen durch-
aus in diese Richtung gingen ...

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Also um da RR/Bentley wirklich Parolie bieten zu können musste schon eine
eigene neue Baureihe her ...

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Das das Projekt W240 kein wirklicher wirtschaftlicher Erfolg werden würde,
war allen Beteiligten aber wohl von Anfang an klar, ähnlich wie damals der
W100, der wirtschaftlich ja auch ein Flop war, aber eben vorallem aus
Prestigegründen gebaut wurde, genau so würde das wohl auch wieder beim W240
laufen, von dem interessanter weiße, ja tatsächlich wieder fast genau so
viele gebaut wurden wie einst vom W100 ... :-)

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Die mal angedachten 2.000 Stück/pro Jahr waren natürlich schon immer
unrealistisch gewesen, das wussten eigentlich auch alle, diese Zahlen
waren eigentlich nur fürs Papier, bzw. um das Projekt schön zu rechnen ...
...wobei man ab 1.000Stück/Jahr wohl Gewinn gemacht hätte, die man
aber \"natürlich\" auch nie erreichte, genau wie damals beim W100.

Mit dem W100 hat der W240 aber nicht nur gemeinsam, das beide wirtschaftlich
Flops wurden, sondern auch das beide die jeweils besten Luxusautos
ihrer Zeit waren ... :ok: Dem Fondraumluxus eines V240 (Maybach 62)
hatten die entsp. Modelle von RR/Bentley ja tatsächlich nie wirklich was
entgegen zu setzen ... :cool:

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Wenn man RR/Bentley wirklich paroli bieten wollte, reichte es aber nicht
die RR/Bentley-Modelle \"nur\" bei den Chauffeurs-Limousien zu übertrumpfen,
sondern dann musste natürlich eigentlich auch ein Coupé her, und am besten
noch ein Cabrio ... :-)

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... das war natürlich auch Daimler klar, und ein Coupé des W240 war wohl
eigentlich auch von Anfang an eingeplant. Letztlich haben aber sicherlich
die Controller dann in Sachen Baureihe 240 die Notbremse gezogen, und nachdem
man die Landaulet-Version wohl gerade noch so durchgewunken bekommen hat ...

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... hat man das Coupé dann aber leider gekänzelt ... :-(

Einen Umbau vorh. W240-Fahrzeuge zum Coupé durch einen externen
Karosseriebauer im Auftrag von Daimler, hat man sicherlich auch
in Erwägung gezogen, aber entweder hat man da keinen gefunden der
sich an so ein Projekt ran getraut hätte, bzw. auch da waren die
Kosten dann wiederum zu hoch.

Genau so wird es bei den Planungen zum Xenatec-Coupé und bei der
Gründung der Fa. Xenatec sicherlich vorher auch Überlegungen gegeben
hat, \"einfach\" einen externen Karosseriebauer mit dem Umbau einzelner
Fahrzeuge zu beauftragen. Aber auch da wird man wohl vor einem ähnlichen
Problem gestanden haben, wie Daimler selber.

Das so was prinzipiel möglich ist, sieht man ja z.B. an den
W221-Coupé-Umbauten von WCC, sogar mit ohne B-Säule ... :ok:

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Allerdings sind die Umbauten von WCC vom Detailfinish her wohl nicht
soooo toll, und durch die fehlende B-Säule ohne Bodenverstärkungen
wohl auch nicht soooo verwindungssteif. So das man beim W240-Coupé wohl
nur noch die Möglichkeit sah, sowas selber zu bauen. Und das Finish
der Xenatec-Coupés ist schon gut, speziell für einen nachträglichen
Umbau. :ok:

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Lediglich das aller erste Fahrzeug, das schwarze Couppé von der Premiere
zeigte noch einige Detailschwächen, war ja aber auch quasi ein Prototyp,
also von daher schon noch verständlich.

Das auf Basis (gebrauchter) W240-Mobile nicht mehr Umbauten entstanden
sind, bzw. entstehen, wundert mich ja aber auch auch ein wenig, aber das
Ganze ist wohl doch nicht sooo einfach wie sich das so manch einer vorstellt.

Ein \"ATELIER VALDEIG\" hatte 2012 ja mal angekündigt da div., z.T. wirklich
schicke, Umbauten auf Basis W240 machen zu wollen ... :ok:

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http://www.nast-sonderfahrzeuge.de/MB-Exotenforum/forum_entry.php?id=92080

... hat man aber leider auch nie wieder was von gehört, genau so wie
FAB-Design sein Projekt einer Widebody-Version des Xenatec-Coupés wohl
bisher leider leider nicht umgesetzt hat ...

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... auch verwunderlich, das auf Basis W240 z.B. nie ein klassischer Leichenwagen entstanden ist !?

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Mit besten Sterngrüßen
Sebastian


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