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Für Luden wirklich zu teuer? (MB-Exotenforum)

TestdriverDE ⌂, Hamburg, Donnerstag, 15.07.2021, 04:09 (vor 71 Tagen) @ Ralfmercedes

Hallo,
ein unerträglicher Schwachsinn, den der Mann da ohne Absprache mit dem Eigentümer, Marcel H. verbreitet. Jeder weiß, dass SGS Autos nicht von Luden gefahren wurden, denn erstens hatten die nicht das erforderliche Geld und zweitens hat Chris Hahn immer genau darauf geachtet, dass genau solche Leute seine Autos nicht in die Finger bekommen.

Dass es allein am Geld gescheitert wäre, scheint ein beliebtes Argument zu sein.

"Seinerzeit hatten sie in der Bevölkerung leider das Image des Halbseidenen. Viele Modelle galten hierzulande als Zuhälter-Schlitten, weiß Ralf Weber zu erzählen. Zu Unrecht, denn die super-exklusiven SGS-Autos waren so teuer, dass sich selbst gut verdienende Rotlicht-Fürsten einen SGS-Wagen nur schwerlich leisten konnten. Mit dieser Feststellung dürfte der Hofheimer richtig liegen, wie folgende Preisliste verdeutlicht: Zum Anschaffungspreis eines Mercedes 500 SEC kamen die Umbaukosten zum Flügeltürer von etwa 83.000 D-Mark hinzu. Mit weiteren Extras kostete der SGS Gullwing ganz fix 200.000 D-Mark (ca. 102.000 Euro). Dabei war die Preis-Skala nach oben sogar offen, denn SGS erfüllte seinen Kunden jeden noch so ausgefallenen Wunsch." Quelle

Im Spiegel hieß es 2008:
"… meist wurden die Paläste auf Breitreifen hierzulande einer ganz bestimmten Kundschaft angedichtet - in der Vorstellung der meisten Deutschen waren die pompösen Schlitten stets im Rotlichtviertel abgestellt.
Ganz im Ernst: Für einen Zuhälter waren die Kreationen von Hahn schlicht zu teuer. Bei ihm verkehrte eine ganz andere Klientel." Quelle


[image]
Rechts im Bild der Lamborghini Countach von Klaus 'Lambo-Klaus' Barkowski (Nutella-Bande).
Ein Countach hat 1980 ca. 180.000 DM gekostet.
Ist wirklich davon auszugehen, dass sich Luden einen SGS nicht hätten leisten können?
Quelle

"Als eines Tages ein schwarzer Lamborghini Countach LP400 auf der Meile steht, ist der "schöne Klaus" nicht mehr zu halten. Binnen einer halben Stunde hat er den Kaufpreis von 184.000 D-Mark zusammen und fährt mit dem 375 PS starken V12-Boliden vor." Quelle

"Der eigene Stil ist alles: Als ein weiterer Lude im Countach vorfährt, lässt Klaus einen Regenbogen auf seinen Lambo lackieren und ..."
Quelle

1986 berichtet Autobild im Zusammenhang mit dem Umsatzrückgang im Rotlichtmilieu:
"Fünfzig Prozent Umsatzrückgang!" Draußen steht sein Wagen. Tiefgelegt bis zum Geht-Nicht-Mehr, na gut, aber die Marke … Wolfgang flüstert sie nur verschämt: "Ein Golf. Die Geschäfte, verstehste?" Mangels Masse hat Mercedes-Veredler Chris Hahn aus Pinneberg letzten Monat Konkurs angemeldet. Günther Koch vom Autohaus van de Loo (Köln) hat folgendes beobachtet: "Früher kamen die Jungs mit der vollen Summe bar in der Hosentasche. 80 Mille cash, das war ganz normal. Heute fragen sie nach langfristigen Finanzierungen und zahlen was an." Noch letztes Jahr war das undenkbar.
Quelle (PDF)

Es mag richtig sein, dass Chris Hahn darauf geachtet hat, wem er seine Fahrzeuge verkauft.
Es ist auch wahrscheinlich, dass der Umsatzrückgang im Milieu nichts mit dem Konkurs zu tun hat.
Zu behaupten, dass allein der Kaufpreis bereits ein Ausschlusskriterium gewesen wäre halte ich aber für unrealistisch.


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